MRT-Zertifizierung

Arbeitsgemeinschaft für individuelle Mammadiagnostik (AIM) e.V. entwickelt Qualitätszertifikat

Die Mamma-MRT als Standardverfahren für die Brustkrebsfrüherkennung – ja oder nein? Die Antwort auf diese Frage wurde durch zahlreiche Studien u.a. von Christiane K. Kuhl und Wendie Berg inzwischen hinlänglich und überzeugend bewiesen: Dank technischer und methodischer Fortschritte zählt die Kernspintomographie der Brust heute zu den aussagefähigsten Verfahren in der Diagnostik von Brustkrebs.

Kritiker, die den Einsatz der Mamma-MRT derzeit ablehnen, führen noch immer die Häufigkeit falsch positiver und negativer Befunde als „Totschlagargument“ an. Dabei wird übersehen: Nicht die Untersuchungsmethode selbst ist nach Erfahrung von Prof. Uwe Fischer und Prof. Christiane Kuhl, Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für individuelle Mammadiagnostik, das Problem: Ursächlich für fehlerhafte Befunde sind vielmehr ein Mangel an persönlicher Expertise sowie erhebliche Qualitätsunterschiede in der Untersuchungs- und Befundungsqualität der Mamma-MRT.  Die Folge sind ganz erhebliche Qualitätsunterschiede für die Untersuchungs- und Befundungsqualität der Mamma-MRT.

Ein Qualitätszertifikat für die Mamma-MRT, das jetzt von der Arbeitsgemeinschaft für individuelle Mammadiagnostik (AIM) e.V. unter Federführung von Prof. Uwe Fischer und Prof. Christiane Kuhl entwickelt wurde, soll nun dazu beitragen, eine Qualitätssicherung für die MR-tomographische Brustkrebsdiagnostik deutschlandweit zu etablieren. Neben dem diagnostischen Brustzentrum Göttingen, das nach dem AIM-Qualitätsstandard Level 2 (Expertenlevel) von der Prüfstelle für Strahlenschutz anerkannt wurde sind auch eine Reihe weiterer Praxen zwischenzeitlich zertifiziert worden.

Die Zertifizierung erfolgt auf zwei unterschiedlichen Levels: „Mamma-MRT auf hohem Level“ und „Mamma-MRT auf Experten-Level“. Praxen und Kliniken, die das Zertifikat erwerben, müssen eine bestimmte Geräteausstattung nachweisen, zudem eine Mindestzahl an Untersuchungen (für das gehobene Level sind das mindestens 250 diagnostische Mamma-MRT  pro Jahr, für das Experten-Level 500 diagnostische Mamma-MR-Untersuchungen und mehr als 100 MR-gesteuerte Interventionen). Die Zertifizierung schafft nach Einschätzung von Prof. Fischer für Mammadiagnostiker einen hohen Anreiz, Geräteausstattung und persönliche Expertise zu verbessern. „Das Zertifikat sorgt außerdem bei zuweisenden Ärzten und betroffenen Frauen für Transparenz“, so Prof. Fischer. „Das wird mittelfristig dazu führen, dass sich die Untersuchungen auf Kolleginnen und Kollegen mit nachgewiesener Expertise konzentrieren und dass langfristig die Anzahl der Untersucher mit hoher Expertise steigt“.

Ärzte, die sich für den Erwerb des AIM-Qualitätszertifikats interessieren, können die Zertifizierungskriterien und eine Checkliste für Bewerber downloaden. Die Zertifizierung erfolgt durch die Prüfstelle für Strahlenschutz GmbH. Anmeldungen sind möglich unter Telefon 05109-63652 oder unter volker.sendler@pfs-gmbh.de. Die Kosten pro Bewerber betragen  900,- € zuzüglich Mehrwertsteuer.

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